ALBUM

Ein Herz aus Kristall

von Redaktion

So haarig, wie das Cover daherkommt, klingt die Musik auf diesem Album natürlich nicht. Schließlich haben wir es mit Sébastien Tellier zu tun, dem Maître des französischen Elektro-Pop-Flausch. „Kiss the Beast“ hat wieder jene frivole Softsex-Aura, die schon seine frühen Alben durchzog. Eng verspezelt war er mit den Kollegen Air – sein Durchbruch „Sexuality“ wurde von Daft Punks Guy-Manuel de Homem-Christo produziert. Und diese Bezugspunkte haben wir auch diesmal: Der Titelsong kupfert von Airs „Kelly watch the Stars“ ab, „Thrill of the Night“ mit Sängerin Slayyyter und Gaststar Nile Rodgers drängelt in die Disco. „Animale“ ist ein „La Boum“-Schieber. Und auf „Naïf de Cœur“ haucht Tellier wieder wie Serge Gainsbourg. Ein Herz aus Kristall besingt er da, und genau so wirkt diese Platte über weite Strecken: bei aller behaupteten Intimität gefühllos, der Sänger auf merkwürdige Weise unbeteiligt.

Sébastien Tellier:

„Kiss the Beast” (Because Music).


★★★☆☆ Annehmbar

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