ALBUM

Der Größte der Geniestreiche

von Redaktion

Es gibt Alben, die bewegen sich innerhalb bestimmter stilistischer Grenzen – und klingen doch komplett andersartig. „Station to Station“ von David Bowie ist so ein insuläres Album. Der „Thin white Duke“ hatte 1976 die Plateauschuhe endgültig an den Nagel gehängt und begründete spätestens hier den Ruf, dass er in den Siebzigern schon die Musik der Achtziger mache. Wie ein eiskalter Engel singt Bowie – unter Zuhilfenahme von eimerweise Kokain – zu avantgardistischem, trotzdem immens melodiösem Rock und Funk. Später nannte man das New Wave. Lieder wie „TVC15“ oder der Titelsong lassen einen Einfluss der Techno-Romantiker Kraftwerk erkennen, „World on a Wing“ und „Wild as the Wind“ sind dramatisch-kühle Schönheiten. Bowie pflasterte die Landschaft damals mit Geniestreichen – dieses Album ist sein größter. Zum 50-Jährigen ist es nun als „Half-Speed-Master“ wieder da.

David Bowie:

„Station to Station“ (Warner).


★★★★★ Hervorragend

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