Mach doch mal blau!

von Redaktion

Was die Museen in München und in der Region heuer bieten – „Orte zum Durchatmen“

Franz Marc schuf „Schlafende Tiere“ (1913).

Heinrich Campendonk malte den „Stehenden Akt“ 1933.

Das Buchheim Museum ist vom 17. März bis 22. Mai wegen Sanierungsarbeiten für einige Wochen geschlossen.

„Jawlensky und Werefkin“ von Gabriele Münter hängt im Lenbachhaus. © VG Bild Kunst

„Blaumachen. Rauskommen, ankommen, runterkommen“ lautet das Motto für das diesjährige Programm der MuSeenLandschaft Expressionismus. Dieser Zusammenschluss von fünf nichtstaatlichen Museen zwischen München und dem Alpenrand sowie vier oberbayerischen Gemeinden widmet sich dem Thema Entschleunigung durch Kunst und Natur.

„Immer mehr Menschen sehnen sich nach Orten zum Durchatmen“, so Organisatorin Kirsten Wengmann. Die Sehnsucht, zwischen digitalem Dauerstress und Zukunftssorgen noch Momente zu finden, „in denen Kopf und Seele zur Ruhe kommen“, ist riesig. „Wer sich bewusst auf Kunst und Natur einlässt, senkt nachweislich seinen Stresspegel und stärkt das emotionale Gleichgewicht.“ Das belegten wissenschaftliche Studien längst.

Gemäß dieser Erkenntnisse haben die Museen und Destinationen ein abwechslungsreiches Jahresprogramm (abrufbar unter museenlandschaft-expressionismus.de) ersonnen, das zum Genuss von Kunst wie Natur von München bis weit über den Pfaffenwinkel hinaus einlädt. Hier finden sich neben Radpilgerfahrten oder Entdeckermomenten an Kochel- und Walchensee oder unter einem bestimmten Thema geführte Touren durch Münchner Stadtviertel wie den Schlachthof oder den Olympiapark auch jede Menge Ausstellungen mit Bezug zur Natur.

Den Auftakt bildet das Lenbachhaus mit der Schau „Über die Welt hinaus“. Sie rückt die experimentellen Dimensionen der Künstler des „Blauen Reiters“ ins Zentrum. Das Hinausziehen in die Welt, nach Nordafrika oder Oberbayern, um dort eine neue Ruhe zu erreichen. Neben den Stars des Museums werden auch Neuankäufe wie Werke der Expressionisten Emmy Klinker oder Wilhelm Morgner zu sehen sein. Nicht nur auf Gemälden, sondern ganz unmittelbar lässt sich die Natur dann ab 23. April mit der „Buntes Garten Ciao“ auf den Plätzen rund um das Lenbachhaus erleben und mitgestalten.

Das Buchheim Museum am Starnberger See bietet mitsamt seinem großen Garten einen herrlichen Ort, um ein wenig Tempo aus dem Alltag zu nehmen. Vom 17. März bis 22. Mai ist das Haus wegen Sanierungsarbeiten allerdings einige Wochen geschlossen. Im Oktober soll der Erweiterungsbau vollendet sein. Auch das Schlossmuseum Murnau widmet sich dem Expressionismus. Schließlich fanden die Künstler des Blauen Reiter hier maßgebliche Inspiration. Ab 26. März steht Paul Klee, „Der Poet des Blauen Reiter“, im Zentrum einer umfangreichen Ausstellung. Ab 21. Mai sind dann in Murnau „Die fabelhaften Alben des Alfred Mayer“ zu sehen, üppig von seinen Freunden gestaltete Gästebücher oder „Poesiealben für Erwachsene“, in denen Mayers Vertraute von Gabriele Münter über Alexej von Jawlensky und Alfred Kubin bis zu Arthur Schnitzler und Heinrich Mann für ihren Freund Alfred die Seiten gestalteten.

Das Franz Marc Museum in Kochel zeigt bis zum 12. April noch „Wilde Farben, freier Geist. 120 Jahre Künstlergruppe Brücke“ mit rund 60 Werken von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff und gibt anschließend bis zum 26. Juli Adolf Erbslöh, einem prägenden Vertreter der Moderne, angemessenen Raum.

Besucht werden können alle Museen und Orte mit dem brandneuen Alpenbus, der zum Tarifgebiet der MVG zählt und schon seit Mitte Dezember von Murnau bis nach Rosenheim fährt und so alle reizvollen Etappen miteinander verbindet.ULRIKE FRICK

Artikel 4 von 7