Garanten für erfolgreiche Filme: Rosalie Thomass und Bully Herbig. © API
Bei dieser Mittagssause geht es jedes Jahr um viele Millionen. Denn ohne den FilmFernsehFonds Bayern (FFF) blieben die Leinwände schwarz. „Es gäbe keinen Film ohne den FFF!“, fasst Constantin-Film-Boss Oliver Berben die Bedeutung der Landesanstalt zusammen, die im vergangenen Jahr Hauptförderer der erfolgreichsten deutschen Filme war, alle deutschen Besuchsmillionäre waren FFF-gefördert. 43 Millionen Euro hat der FFF ausgegeben und damit wieder ein Vielfaches im Land Bayern an Geld generiert.
Der große Abräumer war natürlich Bully Herbig mit seiner Komödien-Fortsetzung „Das Kanu des Manitu“ – über fünf Millionen Besucher. Ob er schon wieder eine neue Manitu-Fortsetzung in der Pipeline hat? „Nein, in Moment überhaupt gar nix“, meint er, „total beseelt“ von seinem Erfolg. „Man kann sich so was wünschen, doch ob es funktioniert, das weiß man nicht. Es hat sich ja viel geändert in den letzten 25 Jahren – nicht nur Haltungen, wir haben uns verändert, wir sind älter geworden; vor und nach Corona, Streaming – es sind so viele Faktoren dazugekommen, die schwer einzuschätzen waren. Also – ich kann mein Glück kaum fassen!“ Bullys Erfolgsgeheimnis ist vor allem sein Bauch: „Da höre ich drauf und mache auch nur Dinge, auf die ich selber Lust habe.“ Und klar – er hat schon wieder jede Menge Neues im Kopf. „Auch unterschiedliche Genres! Denn ich würd mich freuen, wenn wir das in Deutschland wieder ein bisschen beleben könnten, und zwar in alle Richtungen.“
In diesem Jahr wird Schauspielerin Rosalie Thomass mit ihrem Drehbuchdebüt „Lügen über meine Mutter“ nach dem Roman von Daniela Dröscher für Furore sorgen. Sie spielt auch die Hauptrolle als Mutter, deren Ehemann ihr jeden Tag klarmacht, dass sie zu dick sei. Derweil der Zuschauer sich fragt: Was ist überhaupt dick?
Daniela Dröscher hat den Film schon gesehen und ist begeistert: „Er ist so großartig geworden!“, schwärmt die Romanautorin, die die Rechte deshalb an Rosalie Thomass abgab, weil die ihr zuvor eine Art Liebesbrief zum Buch schrieb. Für ihre Filmrolle nahm Rosalie 15 Kilo zu, und noch immer ist sie dran, die wieder loszuwerden, fragt sich aber auch, ob dieses Kalorienzählen nach so einem Film überhaupt richtig ist. „Deshalb bin ich auch entspannt. Es ist wirklich verrückt, was der äußere Druck mit uns Frauen macht.“
Star-Regisseurin Caroline Link bringt heuer auch einen neuen Film ins Kino – unter ihrer Maxime: „Unterhaltung auf hohem Niveau“. „Die Jahre mit dir“ – mit Jella Haase und Jannis Niewöhner in den Hauptrollen. Und Veronica Ferres wird als Produzentin mit ihrem US-amerikanisch-deutschen Spielfilm „The Weight“ mit Ethan Hawke, Russell Crowe und Julia Jones bei der Berlinale antreten…
Wenn das kein gutes neues Kinojahr wird! FFF-Chefin Dorothee Erpenstein ist jedenfalls zuversichtlich; sie setzt auf Vielfalt und kulturellen Mehrwert. ULRIKE SCHMIDT