Harald Gilbers hat sich mit Krimis um den Kommissar Richard Oppenheimer einen Namen gemacht. „Attentat“ ist der neunte Band der Reihe aus dem Berlin der letzten Kriegsjahre und der Nachkriegszeit. Nicht nur ein spannender, auch ein ungemein informativer Roman. Anfang der Fünfzigerjahre werden mehrere Anschläge auf Bundeskanzler Konrad Adenauer verübt. Zeitgleich finden mit Israel Verhandlungen über eine Wiedergutmachung statt – in beiden Ländern hochumstritten. So liegt der Verdacht nahe, dass Extremisten den Dialog torpedieren wollen. Oppenheimer, jüdischer Holocaust-Überlebender, wird hinzugezogen. Denn je weiter die politischen Gespräche fortschreiten, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit für das finale Attentat. Akribisch informiert Gilbers neben aller Unterhaltung über die junge BRD. Ehemalige SS-Angehörige arbeiten da mit israelischen Agenten zusammen, ein kaum lösbarer Widerspruch. Doch bezeichnend für die Kontinuitäten der Adenauer-Zeit.SP
Harald Gilbers:
„Attentat“; Droemer/Knaur, 416 Seiten; 13,99 Euro.
★★★★☆ Lesenswert