Furchterregend unterhaltsam

von Redaktion

Das Ukulele Orchestra of Great Britain dreht in der Isarphilharmonie Pop-Songs auf links

Gewitzt: die Briten mit vier Saiten. © Ukulele Orchestra

Es ist, was man im Englischen ein perfect Match nennt, eine ideale Konstellation. Das Ukulele Orchestra of Great Britain ist angetreten, um hemmungslos gute Laune zu verbreiten. Und das Publikum in der fast ausverkauften Münchner Isarphilharmonie ist mehr als gewillt, sich von den Briten in Stimmung versetzen zu lassen.

Die sieben Briten, seit mittlerweile vier Jahrzehnten in wechselnden Besetzungen unterwegs, becircen mit extravaganten Versionen bekannter Hits auf ihren Minigitarren und entlocken dabei selbst abgenudelten Liedern außergewöhnliche Nuancen. Motörhead klingt da plötzlich nach Hillbilly-Country, „Pinball Wizzard“ von The Who offenbart in der A-cappella-Fassung ungeahnte Melancholie und der Brachialrocker „Paranoid“ von Black Sabbath wird mit gut gelaunten Sentenzen aufgelockert, die vom klassischen Komponisten Jaques Offenbach inspiriert sind.

Generell machen das die vier Herren und drei Damen recht gerne: mit einem Schlenker Stücke vermengen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, sich aber in Harmonien und Akkordfolgen doch sehr schön ergänzen. Alles hängt mit allem zusammen in der Musik, das Ukulele Orchestra illustriert das sehr unterhaltsam. Zudem hat es keinerlei Scheu sich mit Verve in gehobene Blödelei zu werfen. Da wird schon mal auf unsichtbaren Pferden geritten, mit Haltung und ohne eine Miene zu verziehen. In Kombination mit dem oft knochentrockenen Witz in den Ansagen sorgt das zuverlässig für Gelächter.

Da kann man es sich erlauben, gelegentlich die Ironie auszuknipsen und beispielsweise „Dreams“ der Cranberries als das zu interpretieren, was es ist: ein berührendes Liebeslied der totalen Hilflosigkeit. „Keep on tryin“, „einfach immer dranbleiben”, führt Lisa Rae das Lied ein. Wie die Dame überhaupt die hinterhältigsten und komischsten Moderationen des Abends abstaubt.

Am Ende tosender Applaus und die Erkenntnis, dass diese britische Band eine fast schon furchterregend gute Unterhaltungsmaschine ist. In den nächsten vier Monaten geben sie fast 50 Konzerte rund um die Welt, und mutmaßlich wird jedes ähnlich erfolgreich verlaufen.ZORAN GOJIC

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