UNSERE KURZKRITIKEN

Nerviger Naseweis

von Redaktion

Der Titel selbst ist nichtssagend, eine Luftnummer. Doch der Untertitel erzählt von Spannendem: „Der Friedhofsgärtner ermittelt.“ Auf Konrad Leisegangs Friedhof liegt ein toter Bordellbesitzer. Schnell wird die Todesursache ermittelt, eine neu verlegte Stromleitung zwischen zwei Bronzefiguren auf einem Grabstein. Spannend geht’s auch weiter, es gibt einen weiteren Toten, nur – der Friedhofsgärtner ermittelt gar nicht, er ist nur der trottelige Watson neben einem elfjährigen Super-Sherlock Holmes. Der Halbstarke heißt Martin, weiß alles, kann alles und hört auf nichts und niemanden. Watson ist zur Nebenfigur degradiert mit gefühlt einer einzigen Aufgabe: den Oberschlaumeier zurückzupfeifen. Schade, dass ein solch wirklich kreativer Protagonist so stark ins Abseits gestellt und wieder mal ein mittlerweile zu Tode durchgewalkter Naseweis ohne Fehl, Tadel und Charakter in den Himmel gehoben wird. AMA

Thomas Krüger:

„Nirgends stirbt es sich schöner (Der Friedhofsgärtner 2)“. Heyne Verlag, 448 Seiten; 13 Euro.


★★★☆☆ Annehmbar

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