Die neunjährige Lita muss 1937 mit ihrer von Schuhen und Tango besessenen Mutter Fabiola aus Argentinien flüchten und landet eine Fahrt als blinder Passagier später statt auf dem europäischen Festland auf einer winzigen Insel vor Neufundland. Im Seemannsheim auf Upper Puffin Island finden die beiden ein Zuhause, und Lita in der gehörlosen Tochter der Wirtsleute ihre erste echte Freundin – wenn man von Ei absieht, der sie seit frühester Kindheit begleitet. Mit Spannung erwarten alle auf der Insel die Ankunft von Mr. Saito und seinem titelgebenden Kino, das Nachrichten aus aller Welt bringt. Bis es so weit ist, muss sich der Leser aber gedulden. Er sieht mit Litas Augen wunderschöne Orte, lernt mit ihr skurrile Charaktere kennen und findet mit ihr auf kindlich-unschuldige, aber nie kindische Weise Zugang zur Liebe. Ein unaufgeregtes und trotzdem aufregendes Buch, das Freundschaft und Familie aus einem neuen Blickwinkel zeigt.KBK
Annette Bjergfeldt:
„Mr. Saitos reisendes Kino“. HarperCollins, 544 S.; 24 Euro.
★★★★★ Hervorragend