UNSERE KURZKRITIKEN

Fulminantes Roman-Debüt

von Redaktion

Kurz vor Weihnachten in einem Krankenhaus irgendwo in Deutschland. Schmerzen, Operationsnarben, Wundflüssigkeit und 1,5 Liter Blutverlust. Der Debütroman „Wir Töchter“ von Oliwia Hälterlein beginnt ruhig und rasant zugleich; die Diagnose Polyzystisches Ovarsyndrom ist viel mehr als eine Krankheit. Mit ihr stellt sich die Frage, ob Protagonistin Waleria selbst noch Mutter werden kann und ihre Mutter Roza wiederum Großmutter. „Wir Töchter“ erzählt eine weibliche Familiengeschichte über drei Generationen, die zwischen Polen und Deutschland hin und her pendelt. Hälterlein ist ein fulminanter Debütroman gelungen. Nicht nur erzählt sie die Geschichte schnörkellos, eindringlich und überzeugend. Sie wirft zentrale Fragen auf, wie es ist, Tochter sein zu müssen, aber nicht Mutter zu werden. Letztlich ist der Roman auch ein Plädoyer dafür, Emanzipation und Leistungen anderer Frauen anzuerkennen, auch wenn dies nicht immer sofort erkennbar ist.KNA

Oliwia Hälterlein:

„Wir Töchter“. C.H. Beck, 357 Seiten; 25 Euro.


★★★★★ Hervorragend

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