Jeder Tag ist gleich. 8 wird geweckt, 8 muss zur Arbeit, 8 muss stupide Aufgaben am Bildschirm erledigen, 8 nimmt den Zug zurück. All die anderen Mädchen um sie herum scheinen sich an ihrem Alltag nicht zu stören. Aber 8 merkt, dass sie nicht wie die anderen Mädchen ist. „Hör zu, sei gehorsam, folge. Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht. Sei hilfreich und ergeben. Unterwirf dich dem Willen der Beseelten“, sagt Evi, die Stimme, die aus allen Lautsprechern in Surdus schallt, in Dauerschleife. Und doch scheint die Gehirnwäsche bei 8 nicht den gewünschten Effekt zu haben. Sie zweifelt, sie hinterfragt. Erst recht, als 1000 ihr eines Tages unvermittelt in die Augen schaut. Was ist Identität? Was ist Bewusstsein? Was Freiheit? Yorick Goldewijk erzählt von einer beklemmenden Dystopie, die nicht weit weg scheint, mit einem Ende, das man unmöglich kommen sieht und das nachwirkt. Ein Jugendbuch, das auch erwachsene Leser packen wird. KBK
Yorick Goldewijk:
„1000 und ich“. Dragonfly, 160 Seiten; 15 Euro.
★★★★★ Hervorragend