BUCH

Nachdenkliches aus Europa

von Redaktion

Die Liebe zu Europa, insbesondere zum osteuropäischen Raum, merkt man Karl-Markus Gauß in jeder Zeile an. Seine Reisereportagen bleiben persönlich, verlieren aber nie das große Ganze aus dem Blick. So auch in den drei Erzählungen, die nun gemeinsam erschienen sind. In der eindrucksvollsten davon nimmt Gauß uns mit nach Slowenien, auf die Spuren zweier außergewöhnlicher Frauen: einer Anwältin, die sich bereits im frühen zwanzigsten Jahrhundert selbstverständlich zwischen Geschlechtsidentitäten bewegte und sich von starren Normvorstellungen nicht einengen ließ; und einer Reiseschriftstellerin, die sich auf andere Art und Weise über körperliche Grenzen hinwegsetzte. Aber auch der Bericht aus Bosnien und die Erzählung über unerwartete Zusammenhänge zwischen Ungarn und Griechenland (und Österreich!) regen zum Nachdenken an. Ein schmaler Band, der den Blick weitet für die Facetten der europäischen Vielfalt. JP

Karl-Markus Gauß:

„Die Liebe kommt immer zu spät“.
Zsolnay, 137 Seiten; 24 Euro.


★★★★★ Hervorragend

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