Denis Pfabe hat selbst lange in Baumärkten gearbeitet – ideale Voraussetzung, um seinen neuen Roman in einem solchen anzusiedeln. Und so spielt die Geschichte, die sich um Intrigen, Verrat, zerfetzte Nerven und Solidarität im Arbeits-Hamsterrad dreht, zwischen Schwerlastregalen, Holzzuschnittstationen und dem Gartencenter. Die Helden: Baumarkt-Personal in bunten Polyesterwesten, das auf Gabelstaplern herumsaust, auf Hebebühnen sein Leben aufs Spiel setzt, beim Kistenschleppen den Körper ruiniert und dabei jeglichen Blickkontakt zum Kunden („der Feind“) sorgsam vermeidet. Denn eins kann jederzeit passieren, wenn der eine Hobby-Handwerker zu viel nach ausführlicher Beratung das Handy zückt und den gewünschten Artikel doch lieber billiger im Internet kauft: dass man ihm eben eventuell den Gartenspaten über den Schädel ziehen muss. Ein wunderbar skurriler, tragikomischer und berührender Roman.JP
Denis Pfabe:
„Die Möglichkeit einer Ordnung“; Rowohlt Berlin, 336 Seiten; 25 Euro.
★★★★★ Hervorragend