Ist Island eine Kreuzung aus Hawaii und Jamaika? Pedal-Steel-Gitarrist Ómar Guðjonsson rührt hier mit viel schlitzohrigem Charme einen süffigen Cocktail aus Surf und Reggae, Americana und Country-Folk an. Über kunstvoll schlurfenden Rhythmen lässt er sein Instrument seufzen und weinen, dass einem ganz warm ums Herz wird und man gleichzeitig immer wieder schmunzeln muss. Präparierte Klaviere und Synthesizer pluckern rätselhaft vor sich hin, gleich zwei Schlagzeuger treiben den Rhythmus weniger voran als ihn raffiniert zu verschleppen. Guðjonssons Pedal Steel gleitet durch diese einnehmende Klanglandschaft, bei der man nie genau weiß, ob man gerade einen Geysir umrundet oder durch die Prärie reitet, auf eine so verschmitzte Art, dass man sich fragt: Was ist da naiver Ernst, was schon ironisch gebrochen? So viel unwiderstehliche Chuzpe hatte schon lange kein Stilmix mehr.RUN
Ómar Guðjonsson:
„210” (enja yellowbird).
★★★★★ Hervorragend