UNSERE KURZKRITIKEN

Vorsicht, Instantnudeln

von Redaktion

„Ich hasse Essen, das man nicht zum Überleben braucht“, ist die wenig lustvolle Lebensdevise des Büroangestellten Nitani. Entsprechend reduziert sind seine Ernährungsgewohnheiten. Sein Lieblingsgericht nach einem überlangen Arbeitstag sind schnell aufgekochte Instantnudeln aus dem Supermarkt. Seine Kollegin und Freundin Ashikawa dagegen zelebriert die Kochkunst und verwöhnt die dankbare Bürogemeinschaft Tag für Tag mit ausgeklügelten Leckereien. Nicht zu Unrecht vermuten Nitani und seine taffe Trinkpartnerin Oshio, dass Ashikawa mit ihren Backorgien nur ihre mangelnde Arbeitsmoral überspielen will. Ist es nicht Zeit, diese aufdringliche Umarmungstaktik zu sabotieren? „Richtig gutes Essen“ von der japanischen Bestsellerautorin Junko Takase ist ein ausgesprochen origineller Roman, der mit leichter Hand und einer Prise Humor vom übergroßen Konformitätsdruck in der japanischen Gesellschaft erzählt.SP

Junko Takase:

„Richtig gutes Essen“. DuMont,
160 Seiten; 23 Euro.


★★★★★ Hervorragend

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