Die Rekorde der Oscars

von Redaktion

Sonntag große Gala: Wer holte bisher die meisten Preise? Wer wartete am längsten?

Könnte Geschichte schreiben: Amy Madigan.

Legende: Katharine Hepburn, hier mit Humphrey Bogart, hatte vier Oscars daheim. © dpa, Grant/dpa, Brown/afp

Abräumer bei den Baftas: Paul Thomas Anderson.

Traumpaar der Kino-Geschichte: Leonardo DiCaprio und Kate Winslet. „Titanic“ hält bis heute – gemeinsam mit „Ben-Hur“ (1959) und „Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ (2003) – den Allzeitrekord von elf Oscars. © Walt Disney Company/dpa

Leonardo DiCaprio oder Timothée Chalamet, „Blood & Sinners“ oder „One Battle after another“ – so offen wie in diesem Jahr war der Kampf in den großen Oscar-Kategorien lange nicht mehr. Und: Am kommenden Sonntag könnten bei den 98. Academy Awards im Dolby Theatre von Hollywood gleich mehrere Rekorde gebrochen werden.

Die meisten Nominierungen: Sowohl Ryan Cooglers „Blood & Sinners“ (16 Nominierungen) als auch Paul Thomas Andersons „One Battle after another“ (13 Nominierungen) haben die Chance, den Allzeitrekord von elf Oscar-Gewinnen zu brechen. Diesen teilen sich bislang „Ben-Hur“ (1959), „Titanic“ (1997) und „Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ (2003).

Die erste schwarze Produzentin: Sollte sich „Sinners“ als „Bester Film“ durchsetzen, wäre das ein historischer Moment. Denn dann wäre Zinzi Coogler (Ehefrau von Regisseur Ryan) die erste schwarze Produzentin, die in dieser Kategorie einen Academy Award mit nach Hause nehmen würde. Vor ihr waren Oprah Winfrey (2013 für „12 Years a Slave“) und Kimberly Steward (2016 für „Manchester by the Sea“) immerhin nominiert.

Die meisten Trophäen: In der fast 100-jährigen Geschichte der Oscarverleihung haben bislang nur sieben Schauspielerinnen und Schauspieler drei Oscars oder mehr gewonnen. Bei der 98. Verleihung könnten Sean Penn („One Battle after another“) und Emma Stone („Bugonia“) diesem exklusiven Kreis beitreten. Penn gewann seine bisherigen Oscars für „Mystic River“ und „Milk“, Stone erhielt zwei Trophäen für „La La Land“ und „Poor Things“. Für Statistikfans: Katharine Hepburn ist bis heute die einzige Person mit vier Schauspiel-Oscars. Dahinter folgen mit jeweils drei Auszeichnungen Ingrid Bergman, Walter Brennan, Daniel Day-Lewis, Frances McDormand (sie besitzt zusätzlich noch einen vierten Oscar als Produzentin), Jack Nicholson und Meryl Streep.

Die längste Wartezeit: Amy Madigan erhielt ihre erste Oscar-Nominierung 1985 für „Twice in a Lifetime“. Sollte sie heuer als „Beste Nebendarstellerin“ für „Weapons“ gewinnen, lägen zwischen ihrer ersten Nominierung und ihrem ersten Sieg 41 Jahre. Damit würde sie die bisherige Rekordhalterin Geraldine Page um gleich neun Jahre übertreffen.

Erste Zwillingsrolle: Ein Außenseitersieg von Michael B. Jordan in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ wäre nicht nur eine faustdicke Überraschung – der „Sinners“-Star wäre auch der erste Oscar-Preisträger für eine Zwillingsrolle. Lee Marvin gewann vor 60 Jahren für seine Doppelrolle als Kid Shelleen und Tim Strawn in „Cat Ballou“, doch diese waren „nur“ Brüder und keine Zwillinge.

Was sonst noch wichtig ist: Nach dem Schaulaufen der Stars auf dem roten Teppich soll die Preisverleihung in 24 Kategorien um 16 Uhr Ortszeit beginnen. Der US-Comedian Conan O‘Brien (62) steht zum zweiten Mal als Moderator auf der Oscar-Bühne. In Deutschland überträgt ProSieben die Verleihung live aus Hollywood zum 28. Mal – vom roten Teppich moderiert wieder Steven Gätjen. Der Sender steigt ab 23.30 Uhr am Sonntag deutscher Zeit ein, die Show startet um Mitternacht. Auf Joyn, der Streamingplattform von ProSiebenSat.1, startet die Übertragung schon ab 22 Uhr am Red Carpet. Disney+ überträgt die Gala ebenfalls live in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Deutschland hat es diesmal mit dem Anwärter „In die Sonne schauen“ der Berliner Regisseurin Mascha Schilinski nicht in die Sparte „Bester nicht-englischsprachiger Film“ geschafft. Doch einige Deutsche haben Chancen, darunter die Spezialeffekte-Künstler Michael Ralla (46) und Guido Wolter (44). Ralla, der an der Hochschule der Medien in Stuttgart studierte, und Wolter, Absolvent der Bauhaus-Universität Weimar, sind mit zwei weiteren Kollegen für ihre Arbeit an dem Blockbuster „Sinners“ nominiert. Auch der im niedersächsischen Hameln geborene und in Großbritannien aufgewachsene Komponist Max Richter ist im Rennen – mit seiner Musik zum Drama „Hamnet“ von Regisseurin Chloé Zhao. Er ist einer von fünf Anwärtern in der Sparte „Beste Filmmusik“.ENTERPRESS/THY

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