„I mog di!“ – Alice Merton eroberte die Herzen der Fans. © Jörg Heinrich
Wo gibt es das schon? Da kommt ein internationaler Popstar nach München, der schon bei Jimmy Fallon im US-TV zu Gast war – und mit dem man sich entspannt auf Bairisch unterhalten kann. „I mog di“, ruft einer der Fans vor der Bühne im vollen Technikum im Münchner Werksviertel Alice Merton zu. Prompt revanchiert sich die Sängerin mit einem charmanten „I mog di a“. So ist das eben bei einer umwerfend talentierten Weltbürgerin wie Alice Merton, die einen irisch-kanadischen Hintergrund hat, einige Jahre in München aufwuchs – und am Gasteig ihre Liebe zur Musik entdeckt hat.
Es war also beinahe ein Heimspiel für Miss Merton, die 2017 mit dem Welthit „No Roots“ – über das ruhelose Reisen ihrer Familie – bekannt wurde. Im Januar hat sie ihr drittes und bisher bestes Studioalbum „Visions“ veröffentlicht, dessen fabelhafter Mix aus Rock und Pop im Mittelpunkt des Konzerts steht.
Mal am Bass, mal am mit Kunstrasen bezogenen Klavier rockt Alice Merton die Halle mit „Boogie Man“ oder lässt mit „Willow Trees in Tokyo“ ihre ganz eigene Feenwelt aufblühen. Eine echte Schau ist dabei ihr deutsch-englischer Sprachmix. „The next song is Landline, auf Deutsch Festnetz“, verrät sie – und plaudert über ihr Faible für die längst vergangenen Zeiten, als sie noch in München per Festnetz romantisch am Telefon geplaudert hat.
Zu gerne würde man Tür an Tür mit Alice wohnen, um ihr beim Komponieren und Musikmachen zuzuhören. „Thanks for buying tickets, that‘s not selbstverständlich“, bedankt sie sich am Ende fürs Kommen. Gern geschehen, Alice – it was uns a Vergnügen!JÖRG HEINRICH