Nicht jede Gans, die durchs Dorf getrieben wird, lässt auch gleich die Konzertkassen klingeln. Geese aus New York City zum Beispiel: Ihr drittes Album „Getting Killed“ wurde von maßgeblichen Pop-Portalen und -Postillen zur Platte des Jahres 2025 gekürt – hysterischer kann man fast nicht beworben werden. Doch trotz des Hypes spielt das coole Quintett „nur“ im Münchner Backstage. Glück für das Szene-Volk, das es in den komplett ausverkauften Club am Hirschgarten geschafft hat. Es geht ab dem ersten Ton von „Husbands“ ab wie Schmidts Katze – und singt Songs wie „Cobra“ oder „Taxes“ lauthals mit. Die Musik klaut vom Feinsten der ruppigen Rock-Abteilung: Mal hört man den Brachial-Blues der Bad Seeds heraus, mal Pavement – mit wohldosierten Krach-Attacken. Zu allem schreit und nölt der Schlacks Cameron Winter wie der kleine Bruder von Thom Yorke (Radiohead), Tom Verlaine (Television) und Gordon Gano (Violent Femmes) – also: ganz wundervoll schräg. Bei „Trinidad“ dürfen noch mal alle „There’s a Bomb in my Car!“ mitbrüllen, dann ist eine gute Stunde rum. Und genug geschnattert.LÖ