Ding Dong. Es klingelt. Mal wieder. Vor 17 Jahren steht das Känguru zum ersten Mal vor der Tür von Ich-Erzähler und Autor Marc-Uwe Kling, um sich Eier für den Eierkuchen zu borgen. Und Salz. Und Milch, Mehl, Öl, auch eine Pfanne und den Herd. Drei weitere Textsammlungen zum kommunistischen, vorlauten Beuteltier hat Kling seither geschrieben – und sich acht Jahre Anlauf für die neuen Känguru-Eskapaden gegönnt. Mit Eierkuchen ist es im fünften Band „Die Känguru-Rebellion“ nicht mehr getan. Die Weltlage ist als Thema gerade gut genug, die digitale Revolution wird ausgerufen, Medienkonzerne und Social-Media-Plattformen werden gedisst. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Bundeskanzler Friedrich Merz bekommen genauso ihr Fett weg wie die AfD und die Tech-Mogule um Elon Musk. Kling holt zum Rundumschlag aus gegen alles, was ihm suspekt ist – und er tut das gut recherchiert. Allerdings manchmal auf Kosten des Humors.MO
Marc-Uwe Kling:
„Die Känguru-Rebellion“. Ullstein, 280 Seiten; 14,99 Euro.
★★★★☆ Lesenswert