Die britische Indie-Rock-Welle schwappte in den Nullerjahren von der Insel nach Europa. Ihr Epizentrum bildeten Bands wie The Killers oder The Hives, die damals gerade ihre ersten Alben veröffentlichten. Zu dieser Gruppe gehörten auch Maximo Park, die mit ihrem Debüt „A certain Trigger“ 2005 durch die Decke gingen. Obwohl der ganz große Erfolg für die Gruppe später ausblieb, hat sich die Band über die Jahre eine treue Fangemeinde erspielt und erhalten: Vom Backstage wurde das München-Konzert vorab in die Tonhalle hochgestuft, die nun auch restlos ausverkauft war. „Wir sind 20 Jahre alt, und das ist eine lange Zeit in der Popkultur“, betont Sänger Paul Smith gleich zu Beginn der Jubiläumsshow.
Der alterslos wirkende Sänger ist nach wie vor ein Energiebündel, wenn er im roten Anzug über die Bühne stürmt und den Mikrofonständer schwenkt. Zudem hat der Hutträger ein Faible für die deutsche Sprache und gibt sich Mühe, viele Ansagen auf Deutsch zu halten. „Es ist sehr heiß heute“, sagt er und zieht sich die Jacke aus. „Aber das ist gut so, wir sind hier, um Rock’n’Roll-Musik zu spielen!“ Und das können Maximo Park nach wie vor. Die Menschen in der Tonhalle springen zu den zeitlosen Songs des Debütalbums wild umher und singen lauthals Hits wie „Graffiti“ mit. Zwischendurch bleibt noch Zeit für ein Geburtstagsständchen zum 47. von Paul Smith.
Maximo Park waren immer eine der unbequemeren Bands, die sich nicht auf gängige Songstrukturen einlassen wollten und auch textlich immer wieder politisch aufhorchen ließen. „Widerstand“ ist deshalb auch das deutsche Wort des Abends. „Wir spielen nun einen weiteren Widerstands-Song“, betont Smith, um im Anschluss die Nummer „The National Health“ anzustimmen, die das britische Gesundheitssystem kritisch hinterfragt.
Beim Radiohit „Books from Boxes“ gehen dann überall die Smartphones nach oben, diesen Moment will sich schließlich jeder für zu Hause sichern. Eine gelungene Geburtstagssause!MICHAEL HELLSTERN