Die Geschichte um das Waisenkind „Momo“ faszinierte das Lesepublikum und fand 1982 in der Verfilmung von Johannes Schaaf eine wundervolle Umsetzung fürs Kino. Diese ist mittlerweile überholt, die Lebensrealitäten und Sehgewohnheiten haben sich seither stark verändert. Die Neuverfilmung unter der Regie von Christian Ditter setzt genau dort an und erzählt in bombastischen Bildern und überfrachtetem Sound für die neue Generation an Kinozuschauern. Robots ersetzen die Barbie-Puppen von einst, Fremdenführer Gino ist nun auch Pizzalieferant und wird Influencer. Zeitrechnungen werden nicht auf Servietten und Spiegel geschrieben, sondern auf Armbändern gespeichert, die Grauen rauchen die Blütenblätter in Inhalatoren. Das alles lässt sich als Kommentar auf die außerfilmische Wirklichkeit lesen. Eins aber vermisst man im Film über die Zeit: Dass er sich Zeit für seine Geschichte und seine Essenz nimmt. Dafür lohnt es sich, auch einmal wieder den alten Film anzusehen.VES
Christian Ditter:
„Momo“ (Leonine).
★★★☆☆ Annehmbar