Cora ist auf dem Weg zum Standesamt, um den Namen ihres neugeborenen Sohnes eintragen zu lassen. Ihr Mann Gordon, ein geschätzter Arzt und gewalttätiger Narzisst, will der Familientradition folgend das Kind nach sich benennen. Die große Schwester wünscht sich den Namen Bear, weich und kuschelig und lieb. Cora selbst würde ihren Sohn gern Julian nennen. Was passiert, wenn sich Cora für einen Namen entscheidet? Ein Kind, drei Namen, drei Versionen eines Lebens: In ihrem Romandebüt spielt Florence Knapp behutsam mit der Idee, dass ein Name den ganzen Lebensweg prägt. Doch es geht nur an der Oberfläche um den Namen von Gordon, Bear, Julian. Es geht um Familie, und es geht um häusliche Gewalt. Es geht aber auch um Hoffnung, Zusammenhalt und Stärke. Weil Knapp es schafft, die richtigen Worte zu finden und den richtigen Ton zu treffen, ist das berührend und fesselnd.KBK
Florence Knapp:
„Die Namen“. Eichborn, 352 Seiten; 24 Euro.
★★★★★ Hervorragend