Vielleicht ist es das tiefgründigste Werk Joseph Haydns: sieben Meditationen über die sieben letzten Worte Jesu. Entstanden ist dieses Opus für eine Karfreitagsliturgie im spanischen Cadiz. Ursprünglich war es ein Orchesterwerk, es gibt noch eine Version für Streichquartett, später arbeitete Haydn alles zu einem Oratorium um. Diese letzte Fassung ist auf der Neueinspielung mit dem RIAS-Kammerchor zu hören, dem wohl besten deutschen Rundfunkchor. Zusammen mit Dirigent Justin Doyle und dem stilbewussten Konzerthausorchester Berlin wird vorgeführt: Intensität und Energie haben nichts mit Imponiergehabe und Äußerlichkeiten zu tun. Fast jedes Wort ist zu verstehen. Alles ist transparent und vollkommen natürlich entwickelt, ohne kühl zu wirken. Eine Muster-Interpretation.TH
Haydn:
„Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“. RIAS-Kammerchor, Konzerthausorchester Berlin, Justin Doyle (harmonia mundi).
★★★★★ Hervorragend