Das Museum der Stiftung Fondazione Magnani Rocca bei Parma. © ProCip
Ein spektakulärer Kunstraub beschäftigt die Polizei in Norditalien: Mehrere Täter haben aus dem Museum der Stiftung Fondazione Magnani Rocca in Traversetolo bei Parma hochkarätige Gemälde entwendet. Unter den gestohlenen Werken befinden sich Bilder der weltberühmten Maler Auguste Renoir, Paul Cézanne und Henri Matisse.
Nach Angaben der Polizei drangen die vier maskierten Kunsträuber bereits in der Nacht zum 23. März in das Museum ein, brachen die Eingangstür auf und flüchteten anschließend durch den angrenzenden Park. Der gesamte Einbruch dauerte weniger als vier Minuten. „Der Diebstahl war strukturiert, organisiert und ohne Improvisation“, erklärte ein Museumssprecher gegenüber dem Sender Sky TG24.
Obwohl die Alarmanlage sofort auslöste und Sicherheitskräfte schnell vor Ort waren, gelang den Tätern die Flucht mit der wertvollen Beute. Die Ermittler werten derzeit Aufnahmen von Überwachungskameras aus dem Museum sowie aus umliegenden Wohnhäusern und Geschäften aus.
Bei den drei entwendeten Kunstwerken handelt es sich laut Medienberichten um „Die Fische“ von Auguste Renoir, „Stillleben mit Kirschen“ von Paul Cézanne und „Odaliske auf der Terrasse“ von Henri Matisse. Allein das Werk Renoirs soll einen Wert von rund sechs Millionen Euro haben. Insgesamt wird der Schaden auf etwa zehn Millionen Euro geschätzt.
Brisant: Der Einbruch wurde offenbar eine Woche lang geheim gehalten. Die Räumlichkeiten blieben in dieser Zeit weiterhin für Besucher geöffnet, wie die Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ berichtet. Das 1977 gegründete Museum beherbergt die Sammlung des Kunsthistorikers Luigi Magnani, darunter Werke von Künstlern wie Albrecht Dürer, Anthony van Dyck, Francisco de Goya und Claude Monet.
Kunstdiebstahl ist in Italien keine Seltenheit: Laut Kriminalstatistik werden dort jährlich rund 600 wertvolle Kunstwerke entwendet. Damit zählt das Land zu den weltweit am stärksten betroffenen Regionen. Erst im Oktober 2025 sorgte ein ähnlich spektakulärer Coup im Louvre in Paris für Schlagzeilen. Damals drangen Täter mithilfe eines Lastenaufzugs in das Museum ein und stahlen Schmuckstücke im Wert von rund 88 Millionen Euro. Auch in diesem Fall fehlt von der Beute bislang jede Spur. Die aktuellen Täter von Traversetolo sind weiterhin auf der Flucht. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.AKI/AFP