Astor Film Lounge Frankfurt
Die Jüdische Gemeinde Frankfurt hat mit Enttäuschung und Unverständnis auf den Rückzug eines Frankfurter Kinos aus den Jüdischen Filmtagen reagiert. Dies sei „ein alarmierendes Signal“, teilte die Gemeinde mit. Nach deren Angaben hat das Kino „Astor Film Lounge“ argumentiert, man könne den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Teilnahme aufgrund der Sicherheitssituation nicht mehr zumuten. Der Polizeischutz habe im Team zu einem großen Gefühl der Unsicherheit geführt, zitierte die Gemeinde Aussagen der Kinoleitung. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde erklärte in der Mitteilung: „Diese Argumentation ist nicht nur enttäuschend, sondern sendet ein verheerendes gesellschaftliches Signal: Wenn jüdisches Leben und jüdische Präsenz aus Angst vor möglichen Reaktionen zurückgedrängt werden, dann bedeutet das faktisch eine Kapitulation vor antisemitischem Druck.“ Heuer sind die Jüdischen Filmtage vom 18. Oktober bis zum 1. November geplant. Sie finden in zahlreichen Kinos der Stadt seit 2016 im jährlichen Wechsel mit den Jüdischen Kulturwochen statt.KNA