Anton Biebl (Staatsgemäldesammlungen). © Asendorpf/dpa
Die Pinakotheken in München geben ein Raubkunst-Gemälde an die rechtmäßigen Besitzer zurück. Dabei handelt es sich um das Bild „Interieur mit Kindern (Die Geschwister)“ des jüdischen Malers Lesser Ury (1861-1931). Es geht nun an die Erben des Berliner Bankiers Curt Goldschmidt. Das Bankhaus war infolge der Repressionen durch die Nationalsozialisten pleitegegangen, der Besitz der jüdischen Familie wurde vom Konkursverwalter versteigert – darunter auch das Gemälde mit einem Schätzpreis von 800 Reichsmark. Goldschmidt selbst floh 1937 nach Paris und lebte während der deutschen Besatzung zeitweise versteckt. Er starb am 31. März 1947. „Curt Goldschmidts Schicksal steht stellvertretend für das vieler jüdischer Sammler und Mäzene. Die Verfolgung durch den Nationalsozialismus brachte ihn um sein Vermögen und seine Kunstsammlung“, sagte Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU). Ob und von wem das Bild ersteigert wurde, ist unklar, aber 1940 tauchte es in einem Auktionshaus in Köln auf, mit dem Vermerk „aus nicht arischem Besitz“. 1972 kauften die Staatsgemäldesammlungen das Bild – und geben es nun an die Familie zurück.DPA