UNSERE KURZKRITIKEN

Ohne Migrationsklischees

von Redaktion

Heer und Dilly, beide 17 Jahre alt, haben nichts gemeinsam. Okay: außer dass sie beide Kinder indischer Familien in einer sonst wenig diversen Kleinstadt in Sachsen sind. Und dass ihre Eltern jeweils einen Lieferdienst betreiben. Und dass sie beide bestimmte Symbole auf Kleidungsstücken oder versteckte Botschaften in Partysongs sofort erkennen. Aber während Dilly in solchen Fällen lieber den Kopf einzieht und nichts tut, was seine Eltern – oder die deutschen Nachbarn – enttäuschen könnte, rebelliert Heer mit allem, was sie hat, gegen ein Leben, das aus Anpassung und Unsichtbarkeit besteht. Als ein umstrittenes Bauprojekt und ein Mädchen aus ihrer Schule dafür sorgen, dass sich ihre Wege doch noch kreuzen, prallen ihre unterschiedlichen Überlebensstrategien aufeinander. Ein rasant und authentisch erzähltes Stück Jugendrealität, fernab von Migrationsklischees und Anbiederung.JP

Amani Padda:

„Bevor der Himmel reißt“. Arctis, 320 Seiten; 18 Euro.


★★★★☆ Lesenswert

Artikel 1 von 11