Wilder Gründonnerstag

von Redaktion

Fit For A King in der ausverkauften Tonhalle

Beherrscht das Spiel zwischen laut und leise: Ryan Kirby, Frontmann der US-Band. © Hellstern

In blutrotes Licht getauchte Bäume, schwarze Raben fliegen durchs Bild: Dystopische Bilder sausen über die Leinwände auf der Bühne. Plötzlich springt ein langhaariger Schatten aus dem Dunkel hervor und brüllt in sein Mikrofon. Die christliche Metalcore-Band Fit For A King und ihr Sänger Ryan Kirby begeistern am Gründonnerstag das Publikum in der ausverkauften Tonhalle. Trotz winterlicher Temperaturen herrscht drinnen eine schwül-heiße Atmosphäre. Die Fans lechzen nach Körperkontakt und lassen mit jedem Song die Moshpits anwachsen. In den ruhigeren Momenten versuchen viele, auf Händen getragen zur Bühne zu gelangen. Fit For A King nehmen das wohlwollend zur Kenntnis und feuern das enthusiastische Publikum immer weiter an.

Mutig ist, dass die US-Amerikaner fast ihr komplettes neues Album „Lonely God“ spielen, das mit seinen oft poppigen Refrains auf die breite Masse abzielt. Dadurch fallen die sieben vorherigen Alben samt zahlreicher Fanlieblinge bis auf wenige Songs weg. Der Erfolg gibt der Band bei ihrer Strategie Recht, da sich Fit For A King aufgrund des vorgenommenen Soundwechsels nie zuvor gekannter Beliebtheit erfreuen.

Das liegt auch an Ryan Kirby, der das Spiel zwischen laut und leise in Perfektion beherrscht und mit seiner Stimme auch die hohen Töne trifft. Sympathisch ist zudem, dass die Band trotz des anstehenden Osterfestes keinerlei missionarische Ansagen in Richtung des Publikums macht. Trotz des Bibelzitats im Bandnamen ist es jedem selbst überlassen, was er in die düsteren Songs hineininterpretiert. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Nach nur 65 Minuten ist das Konzert bereits vorbei. Mit einem „God bless you!“ entlässt Ryan Kirby die beseelten Zuhörer in die Nacht.MICHAEL HELLSTERN

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