Schmäh und Schweigen: Zu seinerzwangsweisen Frühpensionierung durch die ARD sagte Stefan Mross nichts. © J. Heinrich
Immer wieder sonntags – hat Stefan Mross ab nächstem Jahr viel Tagesfreizeit. Denn die ARD setzt trotz guter Quoten seinen Schlager-Frühschoppen „Immer wieder sonntags“ aus dem Europa-Park Rust ab. Groß geäußert hat sich der weggesparte Mross bisher zu seiner zwangsweisen Frühpensionierung nach 22 Jahren als Moderator der Show nicht. Wer neugierig war, wie es ihm geht, wurde jetzt auch im Deutschen Theater in München nicht viel schlauer. Bei der „Sternstunde der Schlagerstars“ blieb der 50-Jährige seiner bewährten Taktik treu: Schmäh – und Schweigen.
„Ich darf die Sendung dieses Jahr noch machen“ und „Solang ich noch ARD-Moderator bin“ – recht viel mehr ließ sich Mross nicht entlocken. „Ich wollte mich dazu ja nicht äußern, und ich darf es auch nicht“, hat er unlängst der „SZ“ verraten, sonst drohen offenbar rechtliche Konsequenzen. Also konzentrierte sich der Gastgeber aufs Kerngeschäft, aufs Singen und die Gaudi. Er ratschte über den Kollegen „Florian Bügeleisen“ und über den kargen Besuch im Deutschen Theater.
„36.546 begeisterte Menschen“, ulkte er und machte den Abend trotzig zum „kleinen Clubkonzert“. Dschungelkönig Joey Heindle, Mross-Lebensgefährtin Eva Luginger oder Legende Michael Holm sangen wenig glamourös live zur Musik vom Speicherchip. Den unterhaltsamsten Auftritt legte Komponistin und Sängerin Kristina Bach hin, die ihr „Atemlos durch die Nacht“ ehrlich gesagt besser draufhat als Helene herself mit ihrer Musical-Stimme. Für Stefan Mross wird es auch 2027 weitergehen – dann halt auf kleineren Bühnen, quasi im Europa-Park Schwanthalerstraße.JÖRG HEINRICH