Wenngleich musikalisch eng verwandt, sind die Welten von Blues beziehungsweise Soul und Gospel doch klar getrennt. Selwyn Birchwood unternimmt nicht zum ersten Mal einen Versuch, die Genres musikalisch und irgendwie auch inhaltlich vereinigen: Sein vom Swamp-Funk durchzogener Bluesrock hat mehr denn je Gospel-Gene. Seine Lobpreisungen auf die heilende Wirkung von Musik, ihre verbindende Kraft wirken so innbrünstig, dass man „Amen!“ rufen möchte. Mit „The Church Of Electric Swamp Funkin’ Blues“ besingt, nein, beschwört er die vereinende Wirkmacht von Musik und stellt sie in Gegensatz zu Bestrebungen, Zugehörigkeit durch Abgrenzung zu erzeugen. Auch einen Satan macht er aus: Social Media, Internet und die Digitalisierung von Kunst. Wenngleich dem Album einzelne Höhepunkte wie etwa auf „Exorcist“ (2023) fehlen, überzeugt es als Ganzes aber vollauf.CU
Selwyn Birchwood:
„Electric Swamp Funkin’ Blues“ (Alligator)
★★★★★ Hervorragend