Es ist ein spannendes, noch nie in dieser Ausführlichkeit erzähltes Kapitel der (Kultur-)Geschichte des 20. Jahrhunderts, das Uwe Neumahr in seinem neuen Sachbuch aufblättert. Zuletzt hat der Romanist und Germanist das „Schloss der Schriftsteller“ beleuchtet, wo internationale Berichterstatter während des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses untergebracht waren. In „Die Buchhandlung der Exilanten“ porträtiert er Sylvia Beach und Adrienne Monnier, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in unmittelbarer Nachbarschaft in Paris ihre Buchhandlungen eröffnet haben. „Shakespeare and Company“ und „Das Haus der Bücherfreunde“ wurden Zentren der Avantgarde, hier waren Joyce, Hemingway und Sartre Gäste. Nachdem die Deutschen Paris besetzten, wurden die Geschäfte zu Orten des Widerstands. Neumahr schreibt detailliert und mit Empathie.LEIC
Uwe Neumahr:
„Die Buchhandlung der Exilanten“. C. H. Beck,
320 Seiten; 26 Euro.
★★★★☆ Lesenswert