„Sie sagen, meine Songs sind zeitlos“, singt Peter Cornelius auf seinem 25. Studioalbum „Glassplitter“. Wer möchte der Legende aus Wien da widersprechen? Unfassbare 53 Jahre ist es her, dass er mit seiner „Wolk’n“ die „Show-Chance“ des ORF gewonnen hat. Danach hat er seinen Schlüssel verloren und war reif für die Insel. Jahrzehnte später brilliert der 75-Jährige jetzt auf der neuen Platte mit schlauen Texten und mit fabelhafter Gitarrenarbeit, für die er in den 1990ern eine Grammy-Nominierung eingeheimst hat. Die Themen auf dem sehr erdigen „Glassplitter“ sind ernster geworden. Aber so sind die Zeiten eben. „Wir sind die Arbeitsbienchen, die Versuchskaninchen“, klagt er in „Crashtest-Dummys“ mit gereifter Stimme an. Heute weiß er: „Reif für die Insel war noch harmlos formuliert.“ Den Cornelius-Schmäh gibt’s dann an diesem Montag im fast ausverkauften Deutschen Theater in München.JH
Peter Cornelius:
„Glassplitter“ (Reif für die Insel).
★★★★☆ Hörenswert