Es gibt wohl keine Band von Weltruhm, deren Frühwerk der breiten Masse nahezu unbekannt ist. Keine außer Queen. Für viele war und ist das Quartett um Pop-Champion Freddie Mercury eh eine Singles-Band, ihnen genügen die „Greatest Hits“-Alben. Fans freilich wissen, welche Juwelen auf den LPs ab „Sheer Heart Attack“ (1974) versteckt sind. Aber davor? An die beiden Erstlinge trauen sich nur beinharte Verehrer heran – dabei ist hier schon alles angelegt, was die Band berühmt machen sollte. Vor allem auf „Queen II“, das jetzt in einem neuen Mix erschienen ist. „The March of the black Queen“ ist der frühe Versuch einer Mini-Oper, „White Queen“ prunkt mit orientalischen Ornamenten, „Nevermore“ ist eine wunderhübsche Ballade – und „The Fairy Feller‘s Master-Stroke“ ein erster Fall von Freddie-Extravaganza. Freilich hat’s hier noch allerhand Led-Zeppelin-hafte Kraftmeierei („Ogre Battle“), aber „Seven Seas of Rhye“ zeigt Queen schon als Pop-Sensibilisten und kletterte bis auf Platz 10 der UK-Charts. Die Platte gibt es in verschiedenen Versionen bis hin zur Deluxe-Ausgabe mit BBC-Sessions und Live-Stücken.LÖ
Queen:
„Queen II“ (EMI).
★★★★☆ Hörenswert