UNSERE KURZKRITIKEN

Die Kamera liebt die bösen Buben

von Redaktion

Gerade sind die Rolling Stones wegen ihres neuen Songs wieder in aller Munde – einem scheinbar alterslosen Stück, das sie auch vor 60 Jahren hätten schreiben können. Was bei ihrem prägnanten musikalischen Stil oft übersehen wird: Die Stones waren von Anfang an auch optisch eine Marke – das zeigt dieser fulminante, karriereumspannende Bildband, der jetzt in kompakter Form wiederveröffentlicht wurde. Hatte ihr erster Manager Andrew Loog Oldham noch versucht, die Londoner Burschen in alberne Anzüge zu stecken, merkte er bald: Brav können die Beatles besser, also inszenierte er die Stones als böse Buben. Und die Kamera liebte sie von da an – ob in Leder oder Fell, psychedelisch bunt oder halb nackt, ob auf Tour oder privat, in Südfrankreich, München oder den Staaten: Nicht nur der hübsche Mick Jagger war immens fotogen, auch Keith Richards und Charlie Watts, und die Drogen taten dem keinen Abbruch. Die Bilder – auch von Legenden wie David LaChapelle, Annie Leibovitz und Anton Corbijn– zeigen: So sieht Rock‘n‘Roll aus.

Reuel Golden (Hrsg.):

„The Rolling Stones. The definitive, authorised, illustrated History“; Taschen-Verlag, 512 Seiten; 25 Euro.


★★★★★ Hervorragend

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