In jüngster Zeit wird eine wichtige Münchner Autorin des 20. Jahrhunderts wieder verstärkt ins Bewusstsein der literarischen Öffentlichkeiten gerückt. Annette Kolb (1870-1967) war eine Pionierin des deutsch-französischen Dialogs. In München geboren, widmete sie sich der Freundschaft zwischen den beiden Ländern – trotz zweier Weltkriege. Im vergangenen Jahr wurde in München die Annette-Kolb-Gesellschaft gegründet (wir berichteten), jetzt hat Cornelia Michél die privaten Briefe der Schriftstellerin editiert: mehr als 180 Schreiben von Kolb sowie von ihren Vertrauten, darunter auch zwei Briefe von Thomas Mann, die hier erstmals veröffentlicht sind. Weitere Korrespondenz gab es etwa mit Hugo von Hofmannsthal, Kurt Tucholsky, Joseph Roth, Lida Gustava-Heymann, Ilse Aichinger und Herzog Franz von Bayern. Bei der Lektüre lernt man Kolb als emanzipierte Frau kennen, deren gesellschaftspolitisches Engagement bis heute als Vorbild taugt.LEIC
Cornelia Michél (Hg.):
„Annette Kolb. Zwischen uns“. Allitera, 296 S.; 24,90 Euro.
★★★★★ Hervorragend