Am 5. Januar 1973 gab die Plattenfirma Columbia Records zwei Neulingen eine Chance – beide keine schlechte Investition. An diesem Tag erschienen die ersten LPs von Bruce Springsteen und von Aerosmith. Ersterer macht heute noch relevante Musik, die Hardrocker um Sänger Stephen Tyler haben, abgesehen von einem Song mit Yungblud letztes Jahr, seit 2012 nichts mehr von sich hören lassen. Man blickt lieber stolz zurück auf alte Taten – und hat auch allen Grund dazu. Das Debüt ist eine gute Platte. Vielleicht nicht ganz so stark, wie der Beiname „Legendary Edition“ weismachen will, der die neu abgemischte Ausgabe ziert. Die wirklichen Großtaten sollten mit den Alben „Get your Wings“ und „Toys in the Attic“ folgen. Auf dem Erstling überstrahlt der dramatische Hit „Dream on“ alles – tatsächlich ist er wohl die erste Power-Ballade. Ansonsten dominiert hochtouriger Bluesrock mit Unterhaltungswert: „Mama Kin“ hörten sich Guns n‘ Roses so gut an, dass sie später eine Karriere aus dem Song zimmerten.LÖ
Aerosmith:
„Aerosmith“ (Universal Music).
★★★★☆ Hörenswert