UNSERE KURZKRITIKEN

Die Queen sitzt Modell

von Redaktion

Zwei Menschen, die nur das Nötigste von sich preisgeben. Zwei berühmte Persönlichkeiten, die Grenzen setzen, manche gar ganz schließen – aber nur einer versucht, diese (künstlerisch) aufzubrechen: Das Porträt, das der britische Star-Maler Lucian Freud von Queen Elizabeth anfertigen sollte, wird ein Desaster. Lea Singer erzählt im Roman „Eine Frage des Formats“ den Schaffensprozess nach. Leicht, locker und unterhaltsam ist vieles, oberflächlich nur wenig. Und was ist damals wirklich passiert? Was von Singer dazuerfunden? Der Leser weiß es nicht, aber es spielt auch keine Rolle. Denn es geht um viel mehr, um Gespräche über die Rolle der Frau und die Zügel einer Mutter, die Stellschrauben der Monarchie, unausgesprochene Hoffnungen, Lust, Pferde, Macht und Leidenschaft. Aber noch mehr wird zwischen den Zeilen angedeutet. Trotzdem geht alles lässig ineinander über, manches verbindet sich gar – in diesem Fall zu einem umstrittenen Werk.AMA

Lea Singer:

„Eine Frage des Formats“. Piper, 160 Seiten; 24 Euro.


★★★★☆ Lesenswert

Artikel 10 von 10