Operetten wurden gern für Superstars geschrieben, von daher passt dieses Album. Auf „Magische Töne“ widmet sich Jonas Kaufmann den Hits, aber auch schmählich Vernachlässigtem von Ferenc Erkel oder Jenö Huszka. Ein Strahletenor war der Ex-Münchner und nun Wahl-Salzburger nie. Die Nummern sind wahlweise in Herbstlicht oder Grauschleier getaucht, für Vokalhelligkeit sorgt Sopranistin Nikola Hillebrand. Operette muss auch locker, dahingeschlenzt, spielerisch und (scheinbar!) kinderleicht wirken, bei Kaufmann tönt es nach Arbeit. Einiges ist nach unten transponiert, an Grandezza-Tenöre à la Nicolai Gedda oder (siehe unten) Piotr Beczala darf man nicht denken. Der sonst hervorragende Dirk Kaftan am Pult des Orchesters der Ungarischen Nationaloper gibt sein Bestes, trotzdem klingt vieles nach einer Überdosis Lenor.TH
Jonas Kaufmann:
„Magische Töne“. Nikola Hillebrand, Hungarian State Opera Orchestra, Dirk Kaftan (Sony).
★★★☆☆ Annehmbar