VERDI AN DER STAATSOPER

Tenorissimo Piotr Beczala

von Redaktion

Eines hat Verdis „Trovatore“ vielen Opern voraus: Auch wenn man nichts kapiert (und die Regie dazu ihr Übriges tut), kann man sich dank der Musik prächtig unterhalten. Noch dazu, wenn die Bayerische Staatsoper eine solche Wiederaufnahme-Besetzung spendiert. Alles Stilisten, keine Vokalgockel. An der Spitze Tenorissimo und Rollen-Allrounder Piotr Beczala als Manrico (Foto: Geoffroy Schied). Das vollmundige Timbre, die Rundung des Tons bis in Extremlagen, die Phrasierungs-Intelligenz, die klug dosierte Emphase – man weiß gar nicht, was man mehr preisen soll. Ihm dicht auf den Fersen: Artur Rucinski als Luna, der sich mit Bariton-Eleganz und staunenswerter Atemkontrolle selbst in kniffligen Lagen sicher bewegt. Judit Kutasi (Azucena) hält ihre große Stimme gut im Zaum, Bassist Alexander Köpeczi (Ferrando) möchte man sofort mit allen möglichen Verdi-Aufgaben betrauen. Sopranistin Rachel Willis-Sørensen zieht sich gern aufs Lyrische zurück, man hört ihr an: Für die Leonora muss auch hart gearbeitet werden. Andrea Battistoni dirigiert einen „Trovatore“ al dente und mit vibrierender Energie, das Staatsorchester ist da gern dabei. Jubel – was sonst.MARKUS THIEL

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