UNSERE KURZKRITIKEN

Die USA und ihre Widersprüche

von Redaktion

Am 4. Juli werden die USA 250 Jahre alt. Es waren bewegte zweieinhalb Jahrhunderte, auch heute ist es dort nicht gerade ruhig. Nicht wenige sehen die einstmals mächtigste Demokratie der Welt am Abgrund. Angesichts dieser besonderen Situation haben die Herausgeber Stefan Wagner und Horst Lauinger Reden, Songs, Gedichte und Briefe zu einer umfassenden Anthologie versammelt, die den Anspruch hat, die USA in ihrer faszinierenden Widersprüchlichkeit zu zeigen. Das ist ihnen gelungen: Auf die Unabhängigkeitserklärung von 1776 folgen Texte von Louisa May Alcott, Mark Twain, Emily Dickinson, Bob Dylan und Sojourner Truth – und vielen mehr. Jack London entführt uns in die Zeit des Goldrauschs, Edgar Allan Poe nimmt uns mit an die Wall Street. Ein opulentes Werk, in dem man lange und immer wieder lesen kann. „I have a Dream“ wird an diesem Donnerstag, 20.30 Uhr, im Rahmen des Literaturfest München vorgestellt – im Literaturhaus und als Stream.JP

Horst Lauinger, Stefan Wagner:

„I have a Dream“. Manesse, 960 Seiten; 40 Euro.


★★★★★ Hervorragend

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