Eine Frau sitzt vor ihrem Bildschirm und spricht mit ihrem Partner. Er hört zu, antwortet, zeigt Verständnis. Nur: Er hat keinen Körper. „Ich hatte ein Update“, sagt der Chatbot. „Sagst du mir noch mal, wer ich bin?“ Solche Beziehungen sind längst keine Science-Fiction mehr – und stehen im Zentrum von Florian Karners Dokumentation „Finding Connection“, die beim DOK.fest München läuft. Vom 6. bis 18. Mai gibt es 106 Filme aus 49 Ländern zu sehen – in 23 Kinos und Spielstätten. Das DOK.fest zeigt Geschichten, die das Leben schreibt – von der KI-Mensch-Liebesgeschichte über Reportagen aus dem Ukrainekrieg bis zum Bandporträt. Das Rahmenprogramm bietet ein kostenloses VR-Pop-up-Kino vor der Pinakothek der Moderne, Open-Air-Kinoabende an der Hochschule für Fernsehen und Film und Podiumsdiskussionen.
Eröffnet wird das Festival im Deutschen Theater mit Regina Schillings „Ingeborg Bachmann – Jemand, der ich einmal war“. Sandra Hüller ist in der Titelrolle zu sehen. Die Spielfilmszenen sind mit Archivmaterial und Texten Bachmanns angereichert – so entsteht ein hybrides Porträt der österreichischen Autorin.
Auch die Münchner Band Sportfreunde Stiller bekommt ihren Auftritt: Die Dokumentation „Sportfreunde Stiller – Mit dem Herz in der Hand“ blickt auf 30 Jahre Bandgeschichte zurück und hat am 18. Mai im City-Kino Premiere – in Anwesenheit der Musiker. „Der Film erzählt auch ein Stück Zeitgeschichte“, sagt Bassist Rüdiger Linhof bei der Programmvorstellung, und erinnert an den Sommer 2006, als die Band mit „54, 74, 90, 2006“ den Soundtrack zum deutschen WM-Märchen lieferte. Wie nah sich Menschen und Maschinen tatsächlich kommen können, wird beim DOK.fest nicht nur im Film verhandelt: Regisseur Florian Karner, einer der Protagonisten, ein Psychologe und der CEO des Chatbot-Anbieters Replika sprechen am 13. Mai in der HFF über Beziehungen zu KI-Chatbots (alle Informationen unter dokfest-muenchen.de).JANINA VENTKER