Auf einen Song an die Bar

von Redaktion

Schauspieler Kiefer Sutherland mit Country-Rock im Technikum

Seine zweite Leidenschaft lebte Hollywood-Star Kiefer Sutherland beim Münchner Konzert aus. © Michael Hellstern

Ob als US-Präsident oder als Geheimagent Jack Bauer – Kiefer Sutherland begeistert als Schauspieler ein Millionenpublikum. Erfolgsserien wie „24“ oder „Designated Survivor“ ließen ihn aus dem Schatten seines Vaters Donald Sutherland hervortreten und machten ihn zum zeitweise bestbezahlten Serienschauspieler der Welt. Im Münchner Technikum frönt der Kanadier seiner zweiten Leidenschaft, dem Country-Rock. Mit einer Gitarre stürmt der bärtige Kiefer Sutherland im schwarzen Jackett mit Goldknöpfen auf die Bühne. Mitgebracht hat er eine vierköpfige Band und Songs seines Ende Mai erscheinenden vierten Albums „Grey“. Das Konzert war vorab aus dem Kesselhaus ins Technikum heruntergestuft worden. Seine rauchige Stimme zieht den gut gefüllten Raum sofort in ihren Bann.

Kein einziges Mal kommt dem Golden-Globe-Gewinner ein Wort zu seiner Filmkarriere über die Lippen. Meist verzichtet er komplett auf Ansagen, weshalb viele Hintergründe zu den Songs im Dunkeln bleiben. Lediglich kleine Andeutungen lässt er sich entlocken, wie in „Goodbye California“. Fast 35 Jahre lang lebte er dort, ehe es ihn vor Kurzem aufs Land zog: „Kalifornien war für mich ein Ort, der den Traum eines jungen Mannes erfüllt hat.“

Statt Werbung für Filmprojekte zu machen, nutzt er die Bühne, um den imaginären Hut vor seinen musikalischen Vorbildern zu ziehen. Sutherland covert „See you on the other Side“ von Ozzy Osbourne und „Can‘t you see“ der Marshall Tucker Band. Mit seinem Gitarristen liefert er sich packende Soli-Duelle, die das Publikum zu Jubel animieren. Textlich dreht sich bei dem Eigentümer einer Whiskymarke viel um die Zeit an der Bar und das flüssige Gold.

Auf der Bühne nippt er aber nur am Wasser, ehe er im zweiten Teil des Sets spürbar auftaut, die Gitarre wegpackt und sich in Rockstarposen wirft. Er sprüht vor Freude über die Zeit auf der Bühne: Der Hollywood-Star springt auf und ab und wirft die Arme nach oben, um alle zum Klatschen zu animieren. Mit der Trink-Hymne „Starlight“ zelebriert Kiefer Sutherland ein letztes musikalisches Zuprosten mit den Fans, ehe der Barkeeper die Glocke läuten lässt und es nach insgesamt 80 Minuten heißt „Cheers, Kiefer!“MICHAEL HELLSTERN

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