ZEITGENÖSSISCHE KUNST

Biennale-Chef unter Druck

von Redaktion

Kurz vor Beginn der Kunstbiennale in Venedig gerät nach dem Rücktritt der gesamten Jury auch der Leiter Pietrangelo Buttafuoco zunehmend in die Kritik. Italiens Kulturminister Alessandro Giuli warf dem Biennale-Präsidenten vor, mit der Wiederzulassung von Russland zu der sechsmonatigen Ausstellung Neben-Außenpolitik betreiben zu wollen und damit gescheitert zu sein. „Er ist Opfer einer pazifistischen Fantasie geworden“, sagte Giuli der Zeitung „La Repubblica“. Inzwischen wird auch über eine baldige Ablösung des Biennale-Chefs spekuliert. Der Journalist und Schriftsteller Buttafuoco leitet die Kunstbiennale seit 2024. Ernannt wurde er von der rechten Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Kurz vor dem offiziellen Beginn am Samstag steht die Biennale in der Lagunenstadt vor einem Scherbenhaufen. Wie bereits berichtet, trat die Jury im Streit um den Umgang mit Russland und Israel geschlossen zurück. Die Eröffnungsfeier wurde abgesagt, ebenso wie die übliche Vergabe der Goldenen Löwen. Die Preise sollen jetzt erst am letzten Tag der Ausstellung im November vergeben werden. Entscheiden darüber wird keine Jury mehr, sondern eine Abstimmung unter den Besucherinnen und Besuchern.DPA

Artikel 6 von 9