„Liebe auf den ersten Blick“

von Redaktion

„Die Grenzgänger“ Bezzel & Schwarz über ihre Freundschaft und die neue Staffel im BR

Bei der Bergwacht in Grainau: Sebastian Bezzel simulierte einen Unfall und landete auf der Trage. © Bonnetsmüller/BR

Die Grenzgänger im Gleichschritt beim Tanz. © Nagel/BR

Da sind sie wieder: Simon Schwarz (li.) und Sebastian Bezzel. In den neuen Folgen hat es sie unter anderem ins Hofbräuhaus verschlagen. © Nagel/BR

Sie sind beide gefragte Schauspieler, echte Freunde und gehen ab heute (20.15 Uhr, BR, und in der ARD-Mediathek) zum nunmehr achten Mal gemeinsam auf Wohnmobiltour durch Bayern: Sebastian Bezzel (54) und Simon Schwarz (55). Die neuen Folgen führen „Die Grenzgänger“ in der gleichnamigen Reihe diesmal ins Münchner Hofbräuhaus, zur Bergwacht Grainau, auf den Autohof Geiselwind und nach Schloss Elmau. Wir haben sie – getrennt voneinander – zu den Anfängen ihrer Freundschaft und den besonderen Drehorten der „Grenzgänger“ befragt.

Seit wann sind Sie beide so eng befreundet, dass eine Reise im Wohnmobil auf engstem Raum diese Freundschaft aushält?

Sebastian Bezzel: Seit wir miteinander drehen. Also knapp 20 Jahre, das hat sich natürlich über die Jahre verfestigt, aber grundsätzlich war das bei uns Liebe auf den ersten Blick.

Simon Schwarz: Kennengelernt haben wir uns bei der Vorbereitung zu „Schwere Jungs“ am Flughafen Berlin Tegel. Das war unsere erste Begegnung, und es war nach fünf Minuten klar, dass wir uns mögen. Den Rest haben die gemeinsamen Jahre erledigt. Aber ich kann sagen, mir fallen nicht viele (keine) Freunde ein, mit denen ich im Wohnmobil verreisen möchte.

Die erste Folge spielt im Hofbräuhaus. Ein Ort, an den Sie auch privat gehen würden, wären Sie als Touristen in München?

Schwarz: Bevor wir da waren, wahrscheinlich eher nicht. Ich trinke kein Bier, esse kein Fleisch und bin nicht gerne unter Menschen. Also keine idealen Bedingungen – ein bisschen so, als würden sie einem Fisch die Berge zeigen wollen. Allerdings interessieren mich Menschen und Geschichten, ich liebe das echte Leben, und davon gibt es im Hofbräuhaus zur Genüge. Also Fazit: Ich würde unbedingt als Tourist ins Hofbräuhaus gehen.

Bezzel: Vor dem Dreh der Folge wäre ich nicht darauf gekommen, ins Hofbräuhaus zu gehen. Zu meiner Schande dachte ich, das Hofbräuhaus ist so eine Oktoberfest-ähnliche Party-Location. Dem ist aber überhaupt nicht so, und ich kann mir sehr gut vorstellen, dort wieder einzukehren.

Die Bergwacht in Grainau ist die zweite Station. Haben Sie die Doku-Serie „In höchster Not“ angeschaut?

Bezzel: Die Sendung „In höchster Not“ kannte ich vorher nicht, aber, da ich ja in Garmisch aufgewachsen bin, war mir die Bedeutung der Bergwacht immer klar. Mich beeindruckt eigentlich alles bei den Bergrettern: ihr Mut, ihr Know-how und der Zusammenhalt.

Schwarz: Die Bergwacht ist seit meiner Kindheit ein Traum von mir. Ich bin als kleiner Bub schon dem Alpenverein beigetreten und war in meiner Jugend und Anfang meiner 20er viel unterwegs, auch hochalpin klettern, sogar sehr beachtlich. Ich wollte einmal alle Achttausender besteigen. Mein Beruf hat mich von all dem weggebracht. Also eine wunderbare Station für mich und eine Arbeit, die nicht oft genug gelobt und ins Licht gestellt werden kann.

Folge drei dreht sich um den Autohof Geiselwind. Wer um Himmels willen kam auf diese Idee?

Schwarz: Ja, das frage ich mich auch. Mit einem Autohof verbinde ich alles, was unsere schöne Welt zerstört: fossile Energien, gestörter Konsum, Lkw, die tausende Kilometer durch Europa fahren, damit wir möglichst billig Fleisch essen können, Müll, Fast Food, Spielhallen… Also ich habe mich echt gefragt, was ich dort soll. Aber am Ende ist es wie immer, wenn man bereit ist, sich Dinge, die einem fremd sind, näher anzusehen. Ich habe eine Familie kennengelernt, die aus ihrer Lage als Bauern, denen sie eine Autobahn durch ihren Grund gebaut haben, etwas entstehen haben lassen, das für viele Generationen eine Grundlage geschaffen hat.

Bezzel: Die Tage auf dem Autohof waren sehr interessant, das ist eine ganz eigene Welt. Autohöfe kennt man eigentlich nur, wenn man mal tanken und pinkeln muss. Es ist aber ein Platz, an dem viele Menschen zusammenkommen. Das wäre mal ein tolles Setting für einen Spielfilm.

Und auf Schloss Elmau haben Sie vermutlich die schönsten Drehtage verbracht?

Schwarz: Das Übernachten war tatsächlich am schönsten. Aber wahrscheinlich waren wir die ersten Gäste, die kein einziges Mal den Wellness-Bereich besucht haben. Ich bin um drei Uhr nachts angekommen nach einem Drehtag in Wien, um sechs wieder aufgestanden und nach zwei Nächten und drei vollen Drehtagen in der Nacht wieder zurück nach Wien gefahren. Also so möchte ich nicht Urlaub machen. Aber natürlich ist es ein von Gott geküsster Platz, wie man gerne sagt.

Bezzel: Es waren sehr schöne Drehtage, aber sie waren auch nicht schöner als bei den anderen Stationen. Das Wichtigste sind die Menschen, die man trifft, und ihre Geschichten.

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