Die Erwachsenen unter den Boygroups

von Redaktion

Blue verführen ihre Fans mit Augenzwinkern in der Tonhalle

Blue in Aktion und Anzügen: v.l. Duncan James, Lee Ryan, Simon Webbe und Antony Costa. © Kathrin Brack

Wenn sich Künstler bei der Planung ihrer Tour übernehmen, werden verschämt nicht gefüllte Teile der Halle mit schwarzen Vorhängen abgehängt. Wenn Künstler unterschätzen, wie viele Fans sie auch nach 25 Jahren noch sehen wollen, geht es ihnen wie den Briten von Blue. Die vier Herren, die schon zu ihren erfolgreichsten Zeiten die Erwachsenen unter den Boygroups waren, spielen deshalb nicht nur ein ausverkauftes Konzert in der Tonhalle. Sondern kommen wegen der großen Nachfrage im November noch mal ins Zenith.

Und so begrüßt Simon Webbe dann auch die vorwiegend weiblichen Besucher am Sonntag mit einigem Staunen. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass uns nach 25 Jahren noch so viele sehen wollen!“ Ja. Die Fans in München wollen Blue sehen. Entsprechend frenetisch ist der Jubel, als Webbe und seine Bandkollegen Duncan James, Antony Costa und Lee Ryan gegen 21 Uhr in schicken Anzügen auf die kleine Bühne kommen.

Auf das Boygroup-Spiel lassen sich Blue – allesamt inzwischen in ihren Vierzigern – mit einem Augenzwinkern ein. Sie scherzen mit den Fans, aber auch sehr viel miteinander. Blue waren nie die Jungs mit den aufwendigsten Choreografien. Was nicht heißt, dass die vier es nicht könnten: Gemessen daran, dass ein Vierteljahrhundert seit ihrem Durchbruch vergangen ist, bewegen sie sich äußerst geschmeidig. Die Briten punkten trotzdem noch mehr mit spannenden Stimmen. Von Simon Webbes sattem Bariton bis zu Lee Ryans glockenhellem Tenor. Dazwischen schmirgelt Duncan James, während Antony Costa Höhen und Tiefen bedient. Vor allem passen diese Stimmen immer noch hervorragend zusammen.

Und werden besonders dann in voller Lautstärke von den Fans unterstützt, wenn sie die frühen Hits spielen. Auch wenn die Lieder des aktuellen Albums „Reflections“ angemessen beklatscht werden: „All rise“, „You make me wanna“, „Sorry seems to be the hardest Word“ und später „Breathe easy“ singt das Publikum in ungehemmter Inbrunst mit. Blue bringen ein gutes Stück frühe 2000er-Nostalgie auf die Bühne. Die Fans bedanken sich mit Applaus und Kreischen, wie es sich für Anhängerinnen von Boygroups gehört.KATHRIN BRACK

Tickets

für das Konzert am 3. November im Zenith sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

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