UNSERE KURZKRITIKEN

Gezeichnete Weltliteratur

von Redaktion

Gerade hat sich der Todestag von Paul Auster gejährt. Der Reprodukt-Verlag hat deshalb die „New-York-Trilogie“ des US-Schriftstellers (1947-2024) als wuchtige Graphic-Novel-Sammlung vorgelegt. Auster hat mit den Kriminalromanen „Stadt aus Glas“ (1985), „Schlagschatten“ (1986) und „Hinter verschlossenen Türen“ (1987) den Durchbruch gefeiert – und das Genre experimentell entwickelt. Bereits 1994 haben US-Zeichner David Mazzucchelli und sein Kollege Paul Karasik das erste Buch adaptiert, längst ist das Werk ein Comic-Klassiker. Der neue Band versammelt auch die beiden anderen Adaptionen – unter anderem hat der Italiener Lorenzo Mattotti gezeichnet. Konsequent in Schwarz-Weiß (sowie den vielen Stufen dazwischen) haben die drei Künstler einen jeweils eigenen Zugang zu den Geschichten gefunden: stets spannend und atmosphärisch dicht. Nicht alles überzeugt gleichermaßen, doch glückt das Spiel mit Erwartungen und Identitäten auch zeichnerisch.LEIC

Auster/Mazzucchelli/Mattotti/Karasik:

„New-York-Trilogie“. Reprodukt, 400 Seiten; 29 Euro.


★★★★★ Hervorragend

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