ALBUM

Hier geht‘s zur Sache

von Redaktion

„Geistliche Musik“, die Definition scheint wie eine charmante Täuschung. Doch man nehme nur die fleischeslüsternen Skulpturen und Gemälde des Barock: Die Kunst macht kaum einen Unterschied zwischen Kirche und Weltlichem. Genau so muss man die Musik der Zeit auch singen, Marina Viotti führt es auf „Prime Donne“ vor. Hier ist keine Schmalspur-Sopranistin unterwegs, hier geht es bei Porpora, Porta und Vivaldi zur Sache. Wobei die Sängerin trotzdem eine enorme, aber eben nie flüchtige Flexibilität hören lässt. Ein Vokalfest der Farben, Affekte und lustvollen Ausgestaltung dieser Arien. Wobei, und das verrät die Stilistin, keine bloße Feuerwerkerin aktiv ist. Alles ist dramatisch motiviert und aus dem Text heraus empfunden. Das Orchestre de l‘Opera Royal unter Andres Gabetta ist nie Sekundant, sondern Sparringspartner.TH

Marina Viotti:

„Prime Donne“. Orchestre de l‘Opera Royal, Andres Gabetta (Chateau De Versailles).


★★★★★ Hervorragend

Artikel 1 von 11