Natürlich lohnt sich ein solches Projekt nicht. Jedenfalls nicht in Zahlen. In Erinnerungen, Gefühlen oder Erfahrungen erweist sich die Rendite eines Studiotermins in New Orleans allerdings als weitaus zählenswerter. Im Herbst 2024 hat der Hanauer Blues-Musiker Marvin Scondo sein Album in der Musikmetropole am Mississippi aufgenommen. Nun ist „The New Orleans Experience“ erschienen. Der junge Familienvater ist, was man einen Vollprofi nennt: Eigentlich Singer-Songwriter, tourt er in der Tribute-Band seines Vaters und als Cover-Musiker solo. Er gestaltet Feste oder Firmenfeiern und genießt ausweislich Internetbewertungen einen hervorragenden Ruf als Hochzeitsmusiker und DJ. Einem größeren Publikum wurde er bekannt, als er in der Jubiläumsstaffel der Casting-Show „The Voice of Germany“ auftrat. Scondo kommt auf gut 160 Konzerte pro Jahr.
Retro-Blues-Star Big Jon Atkinson hatte ihm in New Orleans eine potente Studioband zusammengestellt. Er präsentierte ihnen seine Songs und verspürte dank der angenehmen Atmosphäre im Studio keinerlei Selbstzweifel. Klar: „Man ist konzentriert, respektvoll – und gibt sein Bestes.“ Zwischen den Sessions habe es einen sehr lockeren Austausch gegeben. Das Album weiß von dieser besonderen Stimmung zu berichten. Durch einen Kunstgriff hat „The New Orleans Experience“ Doku-Charakter: Nicht nur ließ Scondo Studiogespräche aufzeichnen; er fügte mit dem Smartphone angefertigte „Soundscapes“ hinzu. „Ich bin in New Orleans täglich stundenlang zu Fuß unterwegs gewesen. Einige Momente waren so besonders, dass ich sie unbedingt festhalten wollte.“ Dazu gehört eine Brass-Band auf der legendären Frenchmen Street, wo sich Scondo unter fröhlich tanzende Menschen mischte.CHRISTOPH ULRICH
Marvin Scondo:
„The New Orleans Experience“, zu beziehen über https://marvinscondo.com/shop.