UNSERE KURZKRITIKEN

Ein kluger Spaß

von Redaktion

Das deutsche Publikum kennt Gaea Schoeters spätestens seit ihrem spannenden, unsere Gesellschaft erbarmungslos sezierenden Roman „Trophäe“ (wir berichteten), dessen Übersetzung vor zwei Jahren erschienen ist. Im vergangenen Jahr folgte der Roman „Das Geschenk“. Jetzt ermöglicht der Münchner Mixtvision-Verlag einen anderen Blick auf die flämische Autorin. „Nichts, wirklich nichts?“ ist absurdes Theater vom Feinsten, geschult an Beckett und Ionesco. Da bittet ein Hund eine Katze, ihm etwas zu erzählen. Egal, was es ist – er möchte einfach eine Geschichte hören. Doch die Katze scheitert, ihr fällt nichts ein. Daraus entwickelt Schoeters mit feinem Humor und philosophischer Tiefgründigkeit mögliche Antworten auf die Frage, was dieses „Nichts“ nun eigentlich genau ist. Das ist ein kluger Spaß, ein Lesevergnügen mit Mehrwert. Letzteres auch deshalb, weil Gerda Dendooven die Geschichte mit farbensatten, ausdrucksstarken Zeichnungen illustriert hat.LEIC

Gaea Schoeters/Gerda Dendooven:

„Nichts, wirklich nichts?“ Mixtvision, 64 Seiten; 17 Euro.


★★★★★ Hervorragend

Artikel 1 von 11