Vorbilder können Startrampen sein. Octavi Navarros und Susanna Granells „Midnight Scenes“-Reihe begann mit reinen Hommagen an „Twilight Zone“: Horror-Kurzgeschichten mit dunkler Pointe. Beim nun sechsten Spiel haben sie sich erzählerisch längst zu Höherem, Eigenerem aufgeschwungen. Geblieben ist auch bei „Among Graves“ die Pixel-Ästhetik von klassischen Point-and-Click-Adventures – nur mit modernerem Klang-Design. Doch diesmal ist die Interaktivität bewusst begrenzt. Man klickt sich linear durch eine spielfilmlange Geschichte um einen verwitweten Vater, der einer Kleinstadt als Medium dient. Aber selbst unheilvolle Botschaften aus dem Jenseits empfängt. Es ist eine Geschichte um Familienbande, Verantwortung und die Flucht vor dem Unausweichlichen. Erstaunlich erwachsen, emotional, nuanciert. Daran können sich andere Games ein Vorbild nehmen. (Für PC auf Steam)WIL
O. Navarro und S. Granell:
„Midnight Scenes: Among Graves“ (White Blanket Games).
★★★★☆ Spielenswert