Dass zum 100. Geburtstag von Miles Davis am 26. Mai eine ganze Reihe Tribute-Alben mit Neuinterpretationen berühmter Werke des legendären Trompeters erscheinen würde, war zu erwarten. Schon überraschender, wenn sich jemand wie Schlagzeuger Gregory Hutchinson aus des Meisters vielen verschiedenen Phasen vorwiegend die Sechzigerjahre herauspickt, Miles experimentierfreudigste Zeit. Sechs Mitspieler mit teilweise klangvollen Namen hat sich Hutchinson dafür geholt, wobei Ambrose Akinmusire die undankbare Miles-Rolle zufällt. Der emanzipiert sich weitgehend vom großen Vorbild, nur bei „Bitches Brew“ (Titelstück eines legendären Davis-Albums) imitiert er Davis noten- und effektgetreu. Insgesamt kein perfektes, aber abwechslungsreiches Album, über das Star-Bassist Christian McBride in den Liner Notes schreibt, Hutchinson „swingt heftig, wenn‘s drauf ankommt, und zeigt eine moderne Flexibilität, wenn die Musik danach verlangt“. Recht hat er. RUN
Gregory Hutchinson:
„Kind of Now – The Pulse of Miles Davis” (Warner).
★★★★☆ Hörenswert